Freitag, 20. September 2019
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Abhandlungen

Warum sind einige Spielfilme erfolgreich, andere aber nicht: Einige ökonomische Überlegungen

Prof. Dr. Justus Haucap
Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik,
insb. Wettbewerbstheorie und -politik,
Ruhr-Universität Bochum
justus.haucap@rub.de

Der vorliegende Aufsatz bietet einen Überblick über ökonomische Erklärungsansätze der Nachfrage nach Spielfilmenim Kino. Dazu werden Spielfilme als Marktgüter imSinne der Konsumtheorie Gary Beckers interpretiert, die dazu dienen, das Zielgut „Unterhaltung“ herzustellen. Neben dem direkten Unterhaltungswert eines Filmes undder individuellen Konsumgeschichte der Nachfrager spielenjedoch auch soziale Netzeffekte beim Spielfilmkonsumeine Rolle: Individuen sehen sich Spielfilme nicht nur deshalban, weil sie direkt durch den Film unterhalten werdenmöchten. Vielmehr kann sich ein indirekter Unterhaltungseffekt auch daraus ergeben, dass Spielfilme Gesprächsstoff für nachgelagerte Kommunikation bieten, welche den Individuen Nutzen stiftet. Mit jedem zusätzlichen Zuschauer nimmt die Größe des „filmspezifischen Kommunikationsnetzes“ zu, es entstehen soziale Netzeffekte. Daher ist es für den Kassenerfolg eines Kinofilmes in starkem Maße ausschlaggebend, eine kritische Zuschauermasse zu erreichen, und für die Filmindustrie ist es somit wichtig, schon a priori die Erwartung zu wecken, dass ein Film einRenner wird und viele Zuschauer anzieht. Dies kann z.B. durch die Bereitstellung von Kommunikationsplattformen und -netzwerken z.B. im Internet unterstützt werden. Die Vielfalt der Spielfilme wird zugleich zunehmen, je einfacheres wird, z.B. durch moderne Kommunikationsplattformen im Internet alternative soziale Kommunikationsnetzwerke aufzubauen.

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